Igloo Lodge – Eine Nacht im arktischen Wunderland
Das Abenteuer begann nicht in der Wildnis, sondern in einem kleinen, warmen Büro in Ilulissat – wo ein Dutzend aufgeregter Reisender, darunter auch ich, sich auf den Weg zu einer Nacht in der arktischen Wildnis machen wollten. Einige unterhielten sich nervös, andere tauschten bereits Reiseerlebnisse aus. Während wir auf unsere Pistenraupe warteten, kam ich mit einem älteren Ehepaar aus Spanien ins Gespräch – ein Beweis dafür, dass Abenteuer wie dieses Menschen jeden Alters anziehen. Als die Gruppe vollständig war, fühlten wir uns bereits wie ein kleines Team, das gemeinsam in die Arktis aufbrach.
Schlittenhunde, Ausblicke und grönländische Gastfreundschaft
Bald kam unsere Pistenraupe an – im Grunde ein Bus auf Ketten, gerade groß genug für etwa ein Dutzend Personen. Die Fahrt war holprig, lustig und voller Gelächter, als wir über gefrorene Seen hüpften und uns durch schneebedeckte Täler schlängelten. Innen beheizt, mit großen Fenstern, die den dramatischen Landschaft, fühlte es sich an wie eine warme kleine Blase, die durch die Wildnis rollte. Schon auf dem Weg zur Igloo Lodge hatten uns die gemeinsamen Erschütterungen und das herzliche Lachen der Fahrt näher zusammengebracht.
In der Lodge wurden wir herzlich vom Personal begrüßt – und lautstark von den Schlittenhunden, die im Winter dort leben. Glaubt mir, nichts vermittelt euch mehr das Gefühl, in der Arktis zu sein, als von eifrigen Schlittenhunden umgeben zu sein, die bei eurer Ankunft heulen.
Die Holzlodge selbst ist gemütlich und warm, mit riesigen Fenstern, die den Blick auf die kleinen Iglus über den Schnee freigeben. Von hier aus kann man Fischer auf Schlitten und Schneemobilen beobachten, die in Richtung Ilulissat-Eisfjord gleiten. Mit dampfenden Tassen in den Händen fühlten wir uns wie Figuren in unserem eigenen arktischen Märchen.
Und dann kam Jørgen – fünffacher nationaler Meister im Hundeschlittenfahren, stolzer Besitzer der Schlittenhunde und ein Mann, der seine Hunde offensichtlich mehr liebt als die meisten Menschen ihren Morgenkaffee. Er stellte uns seine Hunde vor und nahm uns mit auf eine unvergessliche Schlittenfahrt durch die verschneite Wildnis, mit Zwischenstopps an atemberaubenden Aussichtspunkten, wo die Stille so tief war, dass man fast die Schneeflocken fallen hören konnte.
Wählen Sie Ihr Abenteuer
Nach einem herzhaften grönländischen Mittagessen war es Zeit, einen Gang höher zu schalten – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gäste können zwischen drei verschiedenen Abenteuern wählen:
• Wandern unter Riesen – Fahren Sie mit dem Schneemobil zum Rand des von der UNESCO geschützten Ilulissat-Eisfjords und wandern Sie dann zwischen hoch aufragenden Eisbergen, die wie gefrorene Kathedralen emporragen.
• Schneeschuhwandern in der Stille – Schnallen Sie sich Schneeschuhe an und wandern Sie in Ihrem eigenen Tempo durch die Winterlandschaft, begleitet nur vom Knirschen des Schnees unter Ihren Füßen.
• Hundeschlittenfahrt mit einem Champion – Begleiten Sie Jørgen und seine Schlittenhunde auf einer weiteren Fahrt durch die arktische Wildnis, voller Geschichten und Leidenschaft für seine Hunde.
Ich entschied mich für die Option Wandern unter Riesen – und als ich auf dem gefrorenen Fjord stand, umgeben von hoch aufragenden Eisbergen, war das einer dieser Momente, in denen man sich kneifen muss, um zu glauben, dass man wirklich dort ist. Währenddessen schnallten andere sich Schneeschuhe an, und einige hoben sich ihr Hundeschlittenabenteuer für den nächsten Morgen auf.
Auf dem Rückweg ließen uns die Guides sogar mit den Schneemobilen auf einer weitläufigen Strecke herumspielen – stellen Sie sich Erwachsene vor, die sich wie Kinder mit brandneuen Spielzeugautos benehmen, nur eben auf Schnee.
Abendessen, Geschichten & arktischer Kaffee
Zurück in der Lodge tauten wir uns mit heißen Getränken auf, bevor wir mit einem köstlichen grönländisches Abendessen verwöhnt wurden. Während wir aßen, stellten die Mitarbeiter kleine Kerzen in der ganzen Lodge auf und tauchten den Raum in ein warmes, flackerndes Licht. Die Guides erzählten Geschichten, Gelächter erfüllte den Raum und der Abend endete mit einem besonderen Ritual: grönländischer Kaffee (ein wenig Kaffee, viele Überraschungen).
Gerade als wir dachten, der Abend könnte nicht besser werden, entschieden sich die Nordlichter, sich der Show anzuschließen. Wir eilten nach draußen, die Tassen noch warm in unseren Händen, und standen voller Ehrfurcht da, als grüne Lichtbänder über den arktischen Himmel tanzten. Ein wahrhaft magischer Abschluss des Tages.
Die Nacht im Iglu (oder in der Lodge)
Dann kam der Höhepunkt – das Schlafen im Iglu. Nach einer Einweisung wurden wir mit Stirnlampen und Wärmflaschen ausgestattet (unverzichtbar, wenn die Außentemperaturen auf -20 °C fallen können). Als wir durch den kleinen Eingang des Iglus krochen, fühlte es sich an, als würden wir eine geheime Schneehöhle betreten. Im Inneren warteten Rentierfelle und Schlafsäcke, beleuchtet vom Schein kleiner Kerzen. Gemütlich, magisch und überraschend warm, sobald man sich in den Schlafsack gekuschelt hat.
Und wenn Ihnen die Vorstellung, die ganze Nacht eine frostige Nase zu haben, nicht zusagt? Kein Problem. Die hölzerne Lodge verfügt auch über warme, gemütliche Schlafsäle für Alleinreisende oder Paare. Sie können jederzeit entscheiden, ob Sie sich in das Iglu wagen oder bequem schlafen möchten – und so oder so sind Sie immer noch Teil des Erlebnisses. Denken Sie nur daran: Die Iglu-Lodge ist einfach und rustikal – es gibt keine Duschen und nur eine Trockentoilette. Aber irgendwie trägt das auch zur Authentizität des Lebens als Arktisforscher für eine Nacht bei.
Haben alle die Nacht draußen verbracht? Nicht ganz – das Inuit-Paar aus Ilulissat hat höflich auf das Iglu verzichtet, während der Rest von uns sich der arktischen Herausforderung gestellt hat. Und ja, wir haben alle überlebt und können nun stolz davon erzählen!
Abschied vom arktischen Traum
Am nächsten Morgen brachen einige Teilnehmer mit Jørgen zu ihrem Hundeschlittenabenteuer auf, während andere noch beim Frühstück verweilten. Gegen 10:30 Uhr erschien die Pistenraupe mit einer neuen Gruppe von Gästen mit großen Augen, die bereit waren für ihren eigenen Arktis-Traum.
Wir tauschten Lächeln aus, erzählten uns unsere Geschichten und ließen unser temporäres Schneekönigreich nur ungern hinter uns.
Die Rückfahrt war genauso holprig und lustig – aber diesmal waren unsere Köpfe voller Erinnerungen an ein wahrhaft magisches Arktis-Erlebnis.
Würde ich es wieder tun? Auf jeden Fall. In einem Iglu schlafen, mit dem Hundeschlitten fahren, zwischen Eisriesen spazieren gehen, grönländischen Kaffee trinken – es ist die perfekte Mischung aus Abenteuer, Komfort und purer Arktis-Magie.
Möchten Sie es selbst erleben? Das Iglu-Lodge-Abenteuer ist in unserer Eisiger Westen Tour enthalten – die perfekte Möglichkeit, Ilulissat und die Wunder des grönländischen Winters zu erkunden.